Mit Kultur gegen Deponie

Bürgerinitiativen laden Künstler zu ehemaliger Sandabbaufläche in Driftsethe – „Rundum gelungen“

DRIFTSETHE. Unter dem Motto „Natur muss Natur bleiben – Kunst statt Giftmüll“ hatten die Bürgerinitiativen „MUT“ (Mit us tosamen) und „Driftsethe gegen Deponien“ zum ersten Kunst- und Kulturfest am Weißenberg in Driftsethe eingeladen. Die Organisatoren waren mit der Resonanz voll zufrieden.

„Wir haben hier Natur, Kultur und Naherholung auf engstem Raum“, betonte Karla Mombeck von „MUT“. Doch es gibt auch andere Pläne für die ehemalige Sandabbaufläche. „Die Firma Freimuth will hier eine Bauschuttdeponie einrichten und gegen die Planung der Samtgemeinde Hagen als Naherholungsgebiet klagen“, berichtete Samtgemeindebürgermeisterin Susanne Puvogel (SPD). Bereits im Frühjahr hatten die Bürgerinitiativen Schilder aufgestellt, um auf die Naturschönheiten und geschichtlichen Besonderheiten hinzuweisen. Nun kam die Kunst hinzu, um das Ganze noch mehr ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken.

Viele Besucher bestaunten die Künste von Hermann Brandt aus Thedinghausen. Foto: bau

Unscheinbare, farbig angelegte Stöcke wiesen den etwa 500 Besuchern den Weg zu den einzelnen Objekten. Toninstallationen von Ina Brede aus Bokel waren ebenso zu sehen wie Keramik von Brigitte Böhm aus Bramstedt. „Ich gebe dem Stein ein Gesicht“, sagte Hermann Brandt aus Thedinghausen, während er einen Sandstein bearbeitete, „aber ich vollende nur die Grundform, die die Natur mir vorgibt, sonst könnte ich gleich einen eckigen Quader behauen“.

Familie Illjes präsentiert ihr Mausoleum, einige Bläser des Kassebrucher Posaunenchors laden ein, auf dem neu freigelegten alten Torfweg zu wandern. In der alten Sandkuhle nisten noch Uferschwalben. Darauf weist Susanne Kosuch mit einer Installation aus Holz hin. „Selbst als Driftsether haben wir gar nicht gewusst, was es hier alles gibt“, sagen viele Besucher. Zarte Flötentöne sind im Wald von Renate Pfeifer aus Walsrode zu hören, unterbrochen von Hermann-Allmers-Gedichten, die Evelyn Fromme aus Driftsethe rezitiert.

An einer anderen Stelle knoten Besucher Taschentücher in eine Birke. „Früher bekamen Handwerker ihr Geld in einem Tuch überreicht, wie es heute noch bei Richtfesten üblich ist“, sagt Bernd Ricker, „hier knoten wir die Tücher in den Baum, und das Geld kommt als Spende für unsere Aktion in eine Dose.“ Weiteres Geld floss bei der Verlosung eines von den Organisatoren gemalten Bildes, das Andrea Ahrens bekam. Ein Gemälde der Künstlerin Eva Brexendorf ging an Familie Gregor. „Eine rundum gelungene Sache“, waren sich Karla Mombeck und Gitta Brede von den Bürgerinitiativen einig, „man sollte überlegen, ob man das nicht wiederholt und zur Traditionsveranstaltung werden lässt“.

Quelle: NORDSEE-ZEITUNG vom 29.08.2011 (von Otto Bauer)

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