Mit dem Frosch gegen die Deponie

Mit-dem-Frosch-gegen-die-Deponie_OHZParty und Protest: Zweites Kunst- und Kulturfest am Weißenberg ist auch eine Demonstration
Am Sonnabend, 31. August, wird in Driftsethe wieder kräftig gefeiert. Auf dem Programm steht das zweite Kunst- und Kulturfest rund um den Weißenberg. Die Veranstaltung für die ganze Familie beginnt um 14 Uhr.

DRIFTSETHE. Das Programm steht, die Plakate sind gedruckt, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren – das zweite Kunst- und Kulturfest am Sonnabend, 31. August ab 14 Uhr rund um den Weißenberg soll wieder zu einem großen Fest für die ganze Familie werden. Zukünftig werde die Veranstaltung im Zwei-Jahre-Rhythmus fester Bestandteil des Festtagskalenders in der Samtgemeinde werden, versprach Samtgemeindebürgermeisterin Susanne Puvogel (SPD) als Veranstalterin.

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Das Programm für das Kunst- und Kulturfest am Weißenberg steht. Veranstalter,
Organisatoren, Unterstützer und teilnehmende Künstler stellten das frisch gedruckte Programm vor. „Froschi“ (Mitte) kommt dabei unter den Hammer, er wird meistbietend versteigert. BÄR · FOTO: BÄR

Mehr als 20 Künstler und -gruppen werden mit Installationen, Vorführungen Lesungen oder Mitmach-Aktionen die Sinne schärfen für die Landschaft an der Geestkante zum Urstromtal der Weser – und für die Planung eines Unternehmens, das hier in einer der ausgebeuteten Sandgruben eine Bauschuttdeponie errichten will. Dagegen wehren sich Bürger und Kommunalpolitik, seitdem diese Pläne vor vier Jahren bekannt wurden. Die Gemeinde Driftsethe wollte den Deponieplänen zuvorkommen und stellte den Bebauungsplan „Schatzgrube Weißenberg Sondergebiet Erholung und Freizeitnutzung“ auf, der allerdings vor ein paar Wochen vom Oberverwaltungsgericht für ungültig erklärt wurde.

„Der aktuelle Stand wird dem Kulturfest sicher einen politischen Anstrich geben.“ Susanne Puvogel und Karla Mombeck

Der aktuelle Stand werde dem Kulturfest sicher einen politischen Anstrich geben, vermuteten Samtgemeindebürgermeisterin Susanne Puvogel (SPD) als Veranstalterin und Karla Mombeck von der Bürgerinitiative (BI) „M.U.T.“ (Mit us tosamen). Das Fest solle ein weiteres Zeichen setzen, dass statt Schuttberge hier eine Natur- und Erlebnislandschaft gewünscht sei, bekräftigte Organisatorin Petra Wulff-Haun (Hagener Jugendpflege).

Für viele Jugendliche sei das Gebiet, in dem seit Jahrzehnten der industrielle Sandabbau betrieben wird, ein beliebter Treffpunkt. Dementsprechend werden Jugendliche und Schüler der Hermann-Allmers-Schule unter dem Titel „Dialog mit der Natur“ mit einem sprechenden Märchenbaum, Glasharfen-Musik oder Gruselschlucht vertreten sein.

„Die Schatzgrube Weißenberg zeigt was“, stellten die Organisatoren und Unterstützer das volle Programm vor. Von 14 bis 18 Uhr werden Elfen und Gnome im Wald zu erspähen sein, liebliche Töne die Luft erfüllen und Geschichten von Leben, Lieben und Leiden der einstigen Bewohnern zu hören sein. Anschließend werden die Künstler, Aussteller und Besucher Tango tanzend in das Festzelt einziehen, wo Liedermacher und Musikgruppen bis 22 Uhr für Unterhaltung sorgen. Grillwagen und Trinkstände bieten kulinarische Genüsse ein, darunter den Weißenberger Liebestrunk oder den dunklen Torftrunk.

Das Programm mit Höhepunkten wie Butoh-Tanz, plattdeutschen Sketchen der Kassebrucher Theatergruppe oder die Versteigerungen der Kunstwerke von der Malerin Eva Brexendorf und das diesjährige Maskottchen der Veranstaltung, der große, bunte Frosch mit goldenen Augen von Anke Rozehnal, sind auf der Internetseite der Samtgemeinde (www.hagen-cux.de) oder unter www.kunst-und-kulturfest.de veröffentlicht, ebenso die Zufahrtsmöglichkeiten und Parkplätze.

Sogar aus den Niederlanden wird eine Fahrradgruppe erwartet, die an einer von Fahrradverbänden initiierten Sternfahrt zum Weißenberg starten. Hier führt die niederländische Jütlandroute entlang, ein Radweg von Emmen (Niederlande) nach Skagen (Dänemark). Rechtzeitig zum Fest wurde die Beschilderung fertiggestellt. Schön wäre es, wenn aus den umliegenden Gemeinden weitere Fahrradgruppen zur Sterntour starten würden, wünschte sich Petra Wulff-Haun.

Quelle: Osterholzer Kreisblatt vom 21.8.2013 (von Luise Bär)

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