Ein Waldstück als Gesamt-Kunstwerk

Deponie-Gegner luden zum Kulturfest am Weißenberg / Susanne Puvogel: Zeichen für den Erhalt der Landschaft

DRIFTSETHE. „Wir setzen ein Zeichen gegen die Deponie und für den Erhalt der Landschaft.“ Mit diesen Worten begrüßte die Hagener Samtgemeindebürgermeisterin Susanne Puvogel die Besucher des Kunst- und Kulturfestes am Weißenberg. Wo in einer ausgebeuteten Sandgrube womöglich Bauschutt aufgetürmt werden soll, wollen Bürger, Politik und Verwaltung mit Freizeit-, Natur- und Erlebnislandschaft das Naherholungsangebot ausbauen und den sanften Tourismus ankurbeln.

Die zwei Bürgerinitiativen (BI) Driftsethe-gegen-die Bauschuttdeponie und M.U.T hatten mit Unterstützung der Samtgemeinde ein Waldstück entlang der Sandgruben in ein Gesamt-Kunstwerk verwandelt. Manchmal war nur ein bisschen Farbe auf einem Stück Holz nötig, um ein Detail zum Blickfang zu machen. Viele Künstler aus der Region hatten ihre Skulpturen, Installationen oder Bilder inmitten der Waldlandschaft drapiert. Das so zu einem Kunstpark gestaltete Gelände war allerdings mit knapp zehn Hektar groß bemessen.

Der historische Torfweg entlang der Sandgrube in Richtung Grienenbergsmoor wurde von Driftsether Bürgern wieder hergestellt. In den Bäumen gaukelten zum Kunst- und Kulturfest Weißenberg die bunten (Holz-)Schmetterlinge der Driftsether Kindergarten-Kinder Rappelkiste. Foto: Luise Bär

Wer da nicht gut zu Fuß war, dem entgingen eine Reihe von Stationen mitten im Buchenwald. Ein Flötenkonzert von Renate Pfeifer, Gedichte von Evelyn Fromme, Geschichten von Karin Köster, Niedrigseilgarten oder Schminkecke wollten entdeckt werden und boten den Spaziergängern mit Kunst und Kultur überraschende Eindrücke. „Schade, dass die Kunstwerke und Dekorationen nicht für immer hier stehen bleiben“, war von vielen Besuchern zu hören, die die kunstvoll angereicherten Kleinode an der Geestkante neu für sich entdeckten.

Der historische Torfweg entlang der Sandgrube in Richtung Grienenbergsmoor wurde von Driftsether Bürgern wieder hergestellt. In den Bäumen gaukelten zum Kunst- und Kulturfest Weißenberg die bunten (Holz-)Schmetterlinge der Driftsether Kindergarten-Kinder Rappelkiste. Bär·Foto: Luise Bär

An markanten Eckpunkten sorgten Erfrischungsstände für Anlaufstellen. Mit einem „Torftrunk“, hochprozentig und mit Anisgeschmack, brachte Elrita Friedrich am wieder hergerichteten Torfweg die Besucher auf Trab. Nahe dem Mausoläum, um das sich eine tragische Liebesgeschichte rankt, schenkte Claudia Schnaars den „Weißenberger Liebestrunk“ aus, einen feinen roten Likör aus Erdbeeren.

„Wir wollen unser Gebiet so nutzen, wie wir es wollen“, sprach Heinz Bühring den vielen Besuchern des Kunst- und Kulturfestes am Weißenberg aus der Seele, bevor der Driftsether Kommunalpolitiker und bewährte Auktionator für die amerikanische Versteigerung der zwei von der Malerin Eva Brexendorf gespendeten Ölgemälde den Holzhammer schwang.

Mehr als 500 Besucher
Auch das per Losverkauf zu gewinnende Gemeinschafts-Gemälde des Arbeitskreises „Schatzgrube“ brachte Geld in die Kasse. Denn der Wille und Wunsch der engagierten Bürger und der Gemeinde gegen die Deponie ist das eine, die Rechtsgrundlage das andere. Privat betriebene Deponien sind zulässig, wenn Planvorhaben und Ausführung den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen. „Wir werden um gerichtliche Auseinandersetzungen nicht herumkommen“, vermuten die Mitglieder der Bürgerinitiativen. Auch wenn bisher kein Planfeststellungsverfahren von der potentiellen Deponiebetreiberin, der Firma Freimuth, eingeleitet wurde, sei dieses in Kürze zu erwarten. Gegen den von der Gemeinde Driftsethe aufgestellten Bebauungsplan Schatzgrube Weißenberg hat das Tiefbau- und Recyclingunternehmen bereits ein Normenkontrollverfahren beim Oberverwaltungsgericht eingeleitet.

„Großartig, was hier auf die Beine gestellt wurde“, schilderten Besucher ihre Eindrücke. Bernd Ricker und Karla Mombeck als Vertreter der Bürgerinitiativen waren begeistert: „Der Besucherstrom riss nicht ab, über 500 Leute sind gekommen. Unser besonderer Dank geht an die vielen Sponsoren und Künstler, mit deren Unterstützung wir das Fest gestalten konnten.“

Quelle: OSTERHOLZER KREISBLATT vom 25.08.2011 (von Luise Bär)

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